Regierende Grafen und Fürsten

1876 wurde die preußische Kreisverfassung neugeordnet, wodurch die Grafschaft zu einem preußischen Landkreis wurde und entgültig seine Autonomie verlor. Der Landrat trat nun an die Stelle der gräflichen Regierung. Fürst Otto hatte im Vorfeld selbst zu der Entwicklung dieser Kreisverfassung beigetragen.


(Wandgemälde im Festsaal des Schlosses; Foto: Archiv Oemler) 

Graf Botho III. diskutiert mit seinen Räten die Einführung der Reformation. Obwohl er selbst Katholik war, ließ er in Zeiten der Glaubenskriege den Protestantischen Glauben in Wernigerode zu.


Graf Christian Ernst (Regierungszeit 1710 - 1771)

Graf Christian Ernst prägte das 18. Jahrhundert in Wernigerode maßgeblich. Obwohl er durch den Vertrag mit Preußen 1714 in seinen politischen Rechten (Verlust der reichslandesherrlichen Oberhoheiten) eingeschränkt war, hinterließ er viele Spuren vor allem in Wernigerode. Sein Engagement im Schulwesen und in der Armenversorgung sowie die Öffnung der gräflichen Bibliothek brachten ihm Anerkennung über die Grafschaft hinaus. Christian Ernst mit seiner Ehefrau und Enkelkindern

Christian Ernst mit seiner Ehefrau und Enkelkindern


Fürst Otto zu Stolberg-Wernigerode


Fürst Otto zu Stolberg-Wernigerode mit Würden und Orden

Der als gebildet und fortschrittlich geltende Otto zu Stolberg-Wernigerode (1837-96) hatte sich nicht nur in seiner Heimatstadt Wernigerode verdient gemacht, sondern aktiv preußische und deutsche Politik mitbestimmt. So arbeitete Otto als deutscher Botschafter in Wien, war von 1878 bis 1881 Stellvertreter des Preußischen Ministerpräsidenten und Reichskanzlers Otto von Bismarck und von 1893 bis zu seinem Tode 1896 als Präsident des Preußischen Herrenhauses tätig.
Ihm ist es zu danken, dass in der Grafschaft eine Arbeiterkranken- und Pensionskasse sowie eine Unfallversicherung eingeführt wurde, die ... .
Für seine Verdienste wurde Otto 1890 vom Kaiser der Reichsfürstentitel verliehen.

Fürst Otto benötigte zur Repräsentation ein standesgemäßes Wohnschloss. Der in Blankenburg geborene Architekt Carl Frühling leitete die Umbauarbeiten des Barockschlosses in ein Wohnschloss im Stile des Historismus.